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Der Weg zur eigenen Pfarrei

 

Bereits zu Beginn des 14. Jahrhunderts besass das Dorf eine Kapelle, die dem hl. Heinrich geweiht war. Allerdings wurde darin nur selten Messe gelesen. Im Normalfall mussten die Beckenrieder nach Buochs in die Kirche, zu dessen Pfarrsprengel die Gemeinde bis ins 17. Jahrhundert gehörte.

Im Jahre 1486 stiftete ein Heinrich im Loo eine Kaplaneipfrund. Als Begründung nennt der Stiftbrief, dass die Beckenrieder der Genossen weit entfernt von der Buochser Pfarrkirche leben würden sowie der Weg dorthin wegen grossen Schneefalls im Winter und über die Ufer tretender Bäche im Sommer sehr gefährlich sei. Allerdings dotierte Heinrich im Loo nur einen verhältnismässig kleinen Betrag, weshalb die Beckenrieder 1521 eine zweite Stiftung machen mussten, um zu einem ständigen Kaplan zu kommen, der ihnen jeden Sonntag die Messe las und den Sterbenden die "Wegzehrung" reichte. Als erster Filialkaplan, der namentlich erwähnt ist, amtete ein Hans Winterli.

Es ist nicht verwunderlich, dass die Beckenrieder alles daran setzten, weitere Verbesserungen zu erreichen. Durch den Bischof von Konstanz erhielten sie 1580 die Begünstigung eines eigenen Taufsteines und im Jahre 1618 das Recht auf einen eigenen Friedhof. Damit war es eigentlich nur mehr eine Frage der Zeit, bis Beckenried trotz des heftigen Widerstandes der Buochser endgültig von der Mutterpfarrei abgekurt und zu einem eigenen Pfarrsprengel erhoben wurde. Nach etlichen gescheiterten Vermittlungsversuchen hochgestellter Persönlichkeiten geistlichen und weltlichen Standes erfolgte 1631 an einer in Weggis abgehaltenen Konferenz der Durchbruch mit dem Abschluss einer Abkurungsvereinbarung. Diese fand allerdings erst im Jahre 1638 die Genehmigung der kantonalen weltlichen Obrigkeit (Wochenrat) und der bischöflichen Kurie von Konstanz. Damit vergrösserte sich die Anzahl der Pfarreien in Nidwalden auf sechs.

Die mittelalterliche Kapelle wurde 1598 durch eine neue mit drei Altären ersetzt, die der päpstliche Nuntius am 16. Juni der "Ehre Gottes, der glorreichen Jungfrau Maria sowie der Hl. Heinrich und Andreas" weihte. Nach der Erhebung zur Pfarrei wurde 1640 ein Fronaltar unter dem Chorbogen errichtet, wie dies damals für Pfarrkirchen üblich war. Das heutige Gotteshaus nach Plänen von Nikolaus Purtschert entstand zwischen 1790 und 1794 im Stil des Spätbarocks. Wegen der Unruhen 1798 und in den folgenden Jahren (Helvetik) wurde es erst 1807 geweiht.

Die politisch treibende Kraft für die Pfarreibildung waren seit dem 16. Jahrhundert die Genossen. Sie amteten während der Zeit bis zur Abkurung von Buochs als Pfrundherren. Nun aber musste eine neue Körperschaft ins Leben gerufen werden: die Kirchgenossen mit einem Kirchmeier an der Spitze. Die Kirchgemeinde ist somit nach der Genossenkorporation die zweitälteste kommunale Gewalt im Dorf. Die Bezirksgemeinde sollte 1850 die nächste werden.

Text aus dem Mosaik Nr. 35 von Hansjakob Achermann

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