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Beckenried um das Jahr 1850

 

Beggenried oder Beckenried, eine Pfarrei und dem Range nach die elfte Uerti Nidwaldens, welche drei Landräte setzt. Sie zählt 174 Wohnhäuser, 6 Tafernenwirtshäuser, 136 Gäden, 9 Holzsägen, 3 Kornmühlen, 2 Lohmehlstampfen, 2 Oeltrotten, 2 Reiben, 2 Schiffbauhütten und 1 vortreffliche Feuerspritze; dann 2 Nebenkapellen, Ridli und St. Anna, und eine sehr schöne, im vorigen Jahrhundert erbaute Pfarrkirche mit einer neuen Orgel. Die Häusergruppen bilden zwei Dörfchen, wovon das bei der Kirche scherzweise das Städtli, das bei Ridli aber das Unterdorf genannt wird.

Einwohner sind 1400 bis 1500, darunter 800 Genossen, denen aber von der Gemeinde aus bloss etwa 18'000 Klafter Pflanzenland offen stehen, und die gar keine Allmend als Weidgang besitzen. Dagegen besitzt die Gemeinde eine bedeutende Alp, die in folgende Stafeln oder Bezirke geteilt ist, als: Gummi, Unterklewen, Klewen, Engi, Matt gegen Emmetten; Bühl, Oberseelis gegen Uri: Staldi, Untereggenrüti, Obereggenrüti, Unterem Stock, Bachscheiti, Riedwandeln, Wangi, Röthen, Stafel, Tannibühl. Jenseits des Lielibachs: Kastenmatt, Trutmanigs, Rüti, Seeliboden, Oberboden, Schwändi, Stock, Steinstössi, Rieteri, Stuz und Tal. Jenseits den Eggen: Bergplanggen, Brentlisboden und Morschfeld. Auf allen diesen Stafeln weideten vor einigen Jahren im Sommer 425 Stück Rindvieh, 600 Ziegen, 200 Schafe und 65 Mutterschweine. Senn- und andere Hütten sind etwa 70. Eigenalpen sind: der Spis an der Ostseite des Buochserhorns, welcher 8 Individuen aus der obwaldenschen Gemeinde Kägiswil gehört, jedes mit 5 Stück Viehsatz, im Ganzen also mit 40 Kühen und 2 Sennhütten. Dann Alpen mit 20 Winterhalten, Tristeln mit 20, Katzenstrick mit 10, Gubern mit 12 Kühen, in allem mit etwa 6 Sennhütten.

Gemeindewälder sind: der Brennwald in Emmetten, der Härggis-, der Riederholz-, Ischen-, Wissifluh-, Eggen-, Knemp-, Gummi- und Bachscheitiwald. Ferner der Schwändi-, Rüti-, Rieteri-, Bärfallen-, endlich der Horn- und der Naaswald am Ennetbürgen.

Beggenried ist ein schönes Ufergelände zwischen Buochs und Emmetten, am Fusse mehrerer Gebirge; als da sind: der Stollen im Ergeln, der Heidliberg, im Hintergrunde der Schwalmis, und noch hinter diesem der kleine und grosse reissende Stock, eigentlich Risetenstock; dann der Schienberg, ein Teil des Schwalmis (Brisen, korr. pz) und das Buochserhorn, von welchen allen der Risetenstock der höchste und etwa 5 Stunden vom See entfernt ist. Schade, dass diese Gegend von den Bergströmen so oft  verheert wird, besonders vom Lieli- und Drestlibach. Der Lielibach entspringt am Stählisbühl und am Stuz und ergiesst sich durch Stafel, Talloch und die untern Alpen der Gemeinde zwischen dem Unterdorf und dem Hauptdorf in den See. Der Drestlibach entspringt am Fusse der Alp Spis und ergiesst sich im gewöhnlichen Laufe mit dem Lielibach vereinigt in den See. Die Isleten, in den Beschreibungen Stäubibach genannt, entspringt ebenfalls, wie der Lielibach, am Stählisbühl, fliesst ostwärts über Emmetten und drängt sich rieselnd und schäumend mehrerer schöne Fälle bildend, durch die Felsen des Härggisbergs bei der Säge in den See. Der Mühlenbach entspringt im Berge Napf, und der Fahrlibach im Berge Ambeissler. Alle diese Bäche mit noch 8 andern von minderer Bedeutung durchschneiden die Gegend mit mannigfaltigem Schaden, wie dies der Fall besonders noch im Jahr 1831 war.

Isenring s. Denkmale. Nahe dabei ist noch ein Haus zu merken, wo oft vaterländische Tagsatzungen und Zusammenkünfte stattfanden. Wirtshäuser: Sonne und Mond nebst andern, ersteres sehr empfehlenswert. Die Einwohner von Beggenried sind ein tätiges Völkchen im Handel mit Wein, Käse, Holz, im Schiffbau, Seiden- und Baumwollenspinnen und Leinweben. Unbenutztes Land ist hier keines und Gärten zeugen für landwirtschaftlichen Sinn. Ehemals verfertigte man auch eine Art Kräuterzieger, der selbst im Ausland beliebt war und Abnahme fand. Die Kunst ist jetzt verloren gegangen. Zur Zeit musste die Alp Morschfeld, die gewöhnlich 40 Kühe sömmert, vor dem Jahr 1431, an das Leodegarstift zu Luzern, dem sie gehörte, mit zwei solchen Zigern und vier Trägern verzinst werden; wurde im gleichen Jahre aber mit 80 Rhynisch Guldi "guter, gänger, gäber und genähmer" an Gold und an Gewicht, von der Gemeinde dem Stifte abgekauft.

Härggis, in den Beschreibungen und Karten unrichtig Geissgaden genannt, ist eine kleine Landstelle mit einer Wehre oder versicherten Schifflände, zwischen dem Schwibbogen und der Isleten in Beggenried.

Ridli oder Rydli, eigentlich Rütli, eine ansehnliche, 1691 erbaute Kapelle zwischen dem Bettlerbach und Drestlibach in der Gemeinde Beggenried. Ein Teil der umliegenden Wiesen liegt noch immer vom Drestlibach verwüstet. Das unten am See liegende alte Dörfchen ist von Schiffen und Fischern bewohnt. Wirthshaus daselbst zum Hirschen und zum Sternen, an die Ruinen der Burg Isenringen (Retschrieden, korr. pz) angebaut.

Aus: Businger Aloys, "Der Kanton Unterwalden, historisch, geographisch, statistisch geschildert", St. Gallen und Bern 1836.

Bericht aus dem Mosaik Nr. 35 von Businger, Aloys, "Der Kanton Unterwalden, historisch, geographisch, statistisch geschildert", St. Gallen und Bern 1836


Dorf um 1850
 

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