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Gemeindewappen von Beckenried


Im Jahre 1883 entwarf der Stanser Heraldiker Adalbert Vokinger das Beckenrieder Gemeindewappen. Die Kosten für den Entwurf übernahm der damalige Posthalter Jakob Amstad. Nicht zuletzt deshalb ziert nun die Muschel aus seinem Familienwappen, den Gemeindeschild. Die Burg soll an die beiden Burgstellen in Beckenried, Isenringen und Retschrieden erinnern.
Beckenrieder-Wappen
Das Beckenrieder Gemeindewappen hat folgendes Aussehen: In Rot ein silberner Wellenbalken, darüber eine silberne, dreitürmige, bezinnte Burg mit goldener Bedachung auf den Seitentürmen, in der unteren Schildhälfte eine silberne Muschel.

Zur Burg ergaben im Jahre 1989 durchgeführte Grabungen, dass in Isenringen nicht wie vielfach angenommen lediglich ein Turm, sondern tatsächlich eine kleine Burganlage mit einem massiven Burgturm stand. Ein Stich von Johann Friedrich Wagner zeigt, wie die Burgruine Isenringen um 1840 aussah. Der Burgturm stand im Bereich des heutigen Wohnhauses "Steinhaus", Dorfstrasse 55. Höchst wahrscheinlich bestand eine unterirdische Verbindung zum nördlich angrenzenden Haus "Isenringen", dem Ritter-Jakob-Stalder-Haus. Es ist anzunehmen, dass beidenorts Tagsatzungen stattfanden. Aber auch im Freien wurde getagt. Ein Bild in der Luzerner Chronik von Diepold Schilling aus dem Jahr 1513 hält die Tagsatzung von 1508 fest, das Fresko am Haus Isenringen jene von 1415.

Zur Muschel schreibt Dr. Robert Durrer in seinem Werk über die Gemeindewappen Unterwaldens (Ausgabe 1918): "Die Muschel ist dem Familienwappen des alten Ortsgeschlechtes Amstad entnommen, weil Posthalter Jakob Amstad die Initiative zu dieser Wappenannahme ergriffen und die Kosten des Entwurfes übernommen hatte und bereits seit einem halben Jahrhundert ein auf der Gemeindekanzlei zurückgebliebenes Privatsiegel eines Gemeindepräsidenten aus dieser Familie die Rolle eines Gemeindesiegels vertreten hatte."

In neuerer Zeit wird die Muschel mit dem von Deutschland/Bodensee her über Einsiedeln - Beckenried - Sachseln - Brünig - Berner Oberland - Genfersee - Frankreich nach Santiago de Compostela im Nordwesten Spaniens führende Pilgerweg in Verbindung gebracht. Die dortige Verehrung gilt dem Apostel Jakobus dem Älteren, der meistens mit einer Muschel abgebildet ist. Eine solche Jakobs-Muschel enthält auch die beim Kirchenportal aufgestellte Grabplatte von Landsfähnrich Jakob Stalder, Ritter des Heiligen Grabes von Jerusalem, als Bekenntnis seiner im Jahre 1591 unternommenen Wallfahrt nach Santiago de Compostela. Ein weiteres Indiz für die mögliche Ableitung der Muschel aus dem Pilgerweg besteht darin, dass etliche Gemeinden an den verschiedenen Pilgerwegen die Muschel im Wappen führen.

Das Gemeindewappen wurde mit Gemeinderatsbeschluss vom 27. August 1956 wesentlich verändert. Man verzichtete auf die Schildhalter und stilisierte den Schild. Seither ergaben sich verschiedene Varianten in der grafischen Gestaltung.

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