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Rütihaus

Beschreibung
Das Rütihaus ist eines der bemerkenswertesten Jugendstilhäuser des Kantons und besitzt eine reiche Innenausstattung, eine differenzierte Fassadengestaltung und eine zum Haus gehörende Gartenanlage mit geschwungener Umzäunung.

Erstmals im Jahre 1668 wurde die Flurbezeichnung "Rüti" im Zusammenhang mit der Weid "Rüteli" und deren damaligen Besitzer Melchior Murer urkundlich erwähnt. Mehrmals wechselte anschliessend der Besitzer und so findet man 1762 Josef Näpflin als dessen Eigentümer, der es an Alois Gander verkaufte. 1820 teilten die Brüder Hans Josef und Jakob Josef Gander die Liegenschaft in eine äussere und innere Rüti auf. So findet man 1881 das auf der inneren Rüti gelegene Rütihaus im alleinigen Besitz von Jakob Josef Gander. 1917 wird das alte Rütihaus abgebrochen und 1918/19 durch das heutige Gebäude ersetzt. Dieses steht noch heute im Besitz der Nachfahren von Alois bzw. von Jakob Josef Gander.

Das ehemals als Einfamilienhaus konzipierte erbaute dreigeschossige Wohnhaus ist von herrschaftlicher, städtischer Erscheinung. Auf der Westseite des Hauses, das zur Liegenschaft gehörende kleine Stallgebäude, das bezeugt, dass zu dieser Liegenschaft von jeher ein kleiner Landwirtschaftsbetrieb gehörte. Das Wohnhaus erhebt sich über nahezu quadratischem Grundriss und besitzt ein rustifiziertes Sockelgeschoss, zwei Wohngeschosse und ein ausgebautes Dachgeschoss. Bis auf den massiven Gebäudesockel ist das Haus vollständig in Holz erstellt. Sämtliche Fassaden sind mit runden, in hellem ockergelb gestrichenen Holzschindeln verkleidet. Die zum Teil gerundeten Fensteröffnungen sitzen in hochrechteckigen, in braunem Ocker gehaltenen Fensterrahmen. Die Fensterflächen selbst tragen eine reiche Sprossierung und besitzen grün gestrichene, aufstellbare Rollläden. Die zum See gerichtete Nordfassade ist als Hauptfassade mit dreiseitig vorspringendem Erker, hochgelegenem Hauszugang und dreieckförmiger Gartenanlage mit u-förmig geschwungener Umfassungsmauer ausgezeichnet. Die Rückseite des Hauses ist nicht weniger sorgfältig mit Erker und verdachtem Hauszugang gestaltet. Die unverkennbare Silhouettenwirkung erhält das Haus durch das mansardenartig geschwungene, zweigeschossige Satteldach mit durchgezogener Dachtraufe und das Giebeldreieck auszeichnendem Klebedach. Aufgesetzte Ecklisenen, gesimsartig vorspringende Fensterbekrönungen, das mit Jugendstilelementen gestaltete schmiedeiserne Balkongeländer und die differenzierte farbige Gestaltung des Äusseren verraten eine ebenso aufwändige wie kunstvolle Ausstattung das Gebäudeinnern.

Im Innern des Hauses haben sich nicht nur die völlig in naturbelassenen Holz ausgekleideten Prunkzimmer, sämtliche Wand- und Deckentäfer und die ursprünglichen Parkett- und Fliessböden, sondern auch die originalen Raumstrukturen erhalten. Es ist als ausgesprochener Glücksfall zu bezeichnen, dass die derzeitigen Eigentümer und ihre Vorfahren den bau- und kulturgeschichtlichen, wie auch den von der Einzigartigkeit des Hauses ausgehenden Wohnwert zu schätzen und mit Verantwortung zu begegnen wussten und noch wissen.

Das Haus wurde 2002 in das kantonale Denkmalverzeichnis aufgenommen und wurde unter der kundigen Hand des Architekten Hanspeter Odermatt, Stans, mit grosser Umsicht und Fachkenntnis einer Innen- und Aussenrestaurierung unterzogen.

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